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shift+enter – Thema Bildung

Umbruchstimmung

Es besteht die Möglichkeit, dass sich Gesellschaft, Wirtschaft und unser Handeln durch die Krise elementar und nachhaltig verändern. Diese Bewährungsprobe ist immens und für viele Menschen existenzgefährdend. Wie groß die langfristigen Veränderungen sein werden und wer sie besonders deutlich spüren wird, ist noch unklar.

„Unbestritten ist jedoch, dass in jeder Veränderung auch eine Chance steckt.“

Es wird ausführlich über Ängste und Risiken gesprochen. Ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber wir sind auch besonders anpassungs- und lernfähig. Wenn wir es zulassen. Wir möchten daher auch Chancen abbilden. Denn die stecken unbestreitbar in jeder Veränderung.

Es gibt gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen, denen wir von Norwin uns besonders verbunden fühlen. Weil wir einen Beitrag dazu leisten können, weil wir eine Expertise mitbringen, weil wir Leidenschaften hegen. Unsere Gedanken haben wir aufgeschrieben. Der Fokus liegt klar auf dem Positivszenario. Denn schlechte Nachrichten gibt es schon genug.

Unsere Reihe nennen wir shift+enter – Umbruchstimmung. Wer sich mit uns austauschen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Egal ob telefonisch, per Mail oder hier.

 

 

Unser Positivszenario: Bildung wird digitaler, selbstorganisierter und sozialer

Sowohl einige Lernende als auch Lehrende haben erkannt: Auf die Herausforderungen unserer Zeit kann man nur mit einem angepassten Verständnis von Lernen und Entwicklung reagieren.

„Wir brauchen mehr Flexibilität und Eigenständigkeit.“

 

 

 

 

Rasante Veränderungen machen es erforderlich, dass alle Beteiligten sich selbst reflektieren können. Das gilt für diejenigen, die Wissen vermitteln ebenso wie für diejenigen, die auf einen Abschluss hinarbeiten.

Resilienz muss Teil des Curriculums werden. Viele Lernende sind auf verschiedenen Ebenen gefordert. Finanzielle Unsicherheit, fehlende soziale Resonanz und schwierige familiäre Verhältnisse gab es auch vor der Krise schon. Jetzt werden sie noch mehr in den Fokus gerückt und womöglich sogar verstärkt. Nur wer Offenheit und Achtsamkeit lebt, kann ein sicheres Lernumfeld bieten. Besonders für die, deren privates Umfeld sie täglich vor große Herausforderungen stellt und hemmt.

Auch Teamkompetenz wird immer wichtiger – nicht nur im virtuellen Raum. Wie spreche ich mit anderen? Wie gebe ich Feedback? Und wie erkenne ich, welche Bedürfnisse mein Gegenüber hat? Soziale Resonanz ist im Schul- wie im Arbeitsalltag entscheidend. Nur durch wertschätzende Kritik und eine positive Fehlerkultur können wir uns weiterentwickeln.

 

Was ändert sich für Lehrende?

Schon vor der Krise war Unterrichten immer unmittelbar mit Sozialarbeit verbunden. Manche Lehrende mussten sich darauf mehr einstellen als andere. Durch die Krise haben auch die Kultusministerien erkannt, dass es im schulischen Umfeld und auch in der Erwachsenenbildung um mehr geht, als Gelerntes abzuhaken. Wo es Rahmenlehrpläne gibt, wird soziale Resonanz fortan stärker betont.

„Selbstreflexion und der Umgang mit eigenen Ängsten und äußeren Hindernissen wird thematisiert und trainiert.“

In der Krise haben Lehrer:innen sich zunächst als ohnmächtig empfunden. Einige waren dazu in der Lage, ihre digitale Vermittlungskompetenz in kurzer Zeit zu erhöhen. Viele haben sich noch nicht ausreichend weiterentwickelt und mit den Möglichkeiten angefreundet. Sie benötigen dabei Unterstützung.

Vermittlungsmethoden, die im analogen Lernumfeld gut funktionieren, werden auch noch nach der Rückkehr in den Bildungsalltag auf den Prüfstand gestellt. Halten sie auch den Anforderungen an ortsunabhängiges und vor allem an ein kollaborierendes Lernen in Teams stand? Lehrende werden sich mehr als Coaches verstehen, die Einzelne und Teams auf ihrem Weg begleiten.

Lerninhalte werden sich verschieben, weil es plötzlich wieder mehr wert sein wird, selbst zu denken, eigene Lösungswege abseits vom Schema F zu erarbeiten und sich weiterzuentwickeln.

Alternative Schulmodelle können zum Gewinner der Krise werden. Besonders dann, wenn sie ihren Wissensvorsprung mit staatlichen Schulen teilen und Partnerschaften eingehen. Ausbildung im Sinne der schulischen Bildung wird praxisorientierter und sich mehr danach richten, welche Inhalte und Kompetenzen aktuell gefragt sind.

Ausbildungsberufe bekommen einen höheren Stellenwert und positionieren sich gleichwertig zu einem Studium. Der gesellschaftliche Mehrwert von menschennahen Berufen steigt. Auch Studiengänge werden näher an den Berufsalltag gerückt und müssen sich intensiver mit Persönlichkeitsentwicklung auch im Sinne von eigenen Lernstrategien und Selbstreflexion beschäftigen. Dazu werden Lehrkräfte geschult und Curricula angepasst.

 

 

Was ändert sich für Lernende?

Lernende aller Altersstufen haben die Möglichkeit, im Rahmen des Unterrichts ihre Lernpersönlichkeit zu entdecken und eigene Lernstrategien zu entwickeln. Lehrmaterialien werden diverser, Unterricht wird vielfältiger und deutlich interaktiver.

Alle werden dazu ermuntert, mehr in Teams zu arbeiten und sich gegenseitig in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Wie lernt mein Gegenüber? Was kann ich davon übernehmen? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?

„Unterschiedlichkeit, neue Perspektiven und außergewöhnliche Präferenzen oder Talente werden als Vorteil erkannt.“

Lernende erfahren tagtäglich, wie sie von den Sichtweisen der anderen profitieren können.

Lernziele sind weiterhin klar definiert und vereinbart – die Lernenden sind dafür verantwortlich, in Teams ihren Weg zum Ziel zu finden. Sie übernehmen mehr Eigenverantwortung für ihre Ergebnisse. Gelernt wird, was einen spürbaren Mehrwert bringt. Lerninhalte werden praktischer, weil projektorientierter vermittelt. Jeder Inhalt auf dem Lehrplan wird interdisziplinär angelegt. Vorher starre Fächergrenzen werden aufgelöst. Lernende können mehr in ihren Stärken arbeiten.

 

 

Welche Chancen für die Bildung ergeben sich bereits jetzt?

  • Aufbau digitaler Kompetenzen
  • projektbezogenes und lösungsorientiertes Arbeiten
  • vielseitigere Lernmaterialien
  • Fokus auf Ich-Entwicklung

Digitales Lernen hilft uns dabei, bestehende Ressourcen besser zu nutzen und Lernende auf ihrem persönlichen Lernstand abzuholen. Nicht nur Lehrende können sich gegenseitig im Aufbau ihrer digitalen Kompetenzen unterstützen. Vieles spricht dafür, insbesondere ältere Schüler:innen in diesen Prozess einzubeziehen und gemeinsam am Projekt „Digitalisierung“ zu arbeiten. Auf diese Weise fühlen sich auch die Lernenden in ihrer Kompetenz ernstgenommen.

Eine Einführung von eduScrum bedeutet neben der Nutzung digitaler Plattformen vor allem projektbezogenes und lösungsorientiertes Arbeiten im Team. Wie kommunizieren wir miteinander? Wie sorgen wir dafür, dass unsere Prozesse funktionieren? Wie stärken wir unsere Teamidentität?

Videos, Podcasts, Online-Whiteboards und virtuelle Konferenzen. Zukunftsforschung, Projektmanagement und Businesspläne. Lernmaterialien und Inhalte werden vielfältiger. Innovative Ansätze sind die Regel statt die Ausnahme davon zu sein.

Statt ein Modell anzunehmen, das für alle funktioniert, wird Unterricht individueller gestaltet. Jede:r kann seine eigenen Strategien entwickeln, sie anderen vermitteln und von Teammitgliedern lernen. Lernende prüfen sich gegenseitig und horchen mehr in sich hinein. Sie verbessern ihr Stressmanagement und beschäftigen sich sowohl mit ihren eigenen als auch mit den Bedürfnissen anderer intensiver und ehrlicher.

 

 

Das war unser Positivszenario zum Thema Bildung. Einige Vorreiter auf dem Weg des selbstorganisierten Lernens gibt es bereits. Sie können vorangehen, anderen an ihren Erfolgen und Fehlern teilhaben lassen.

Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sind weder Zukunftsforscher noch Bildungsexperten. Aber wir schätzen einen vielfältigen Diskurs und hoffen, dass euch manche unserer Ansätze inspirieren können.

Was glaubt ihr, welche Chancen gibt es für die Bildung? Jetzt und in den nächsten Monaten? Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Ganz unkompliziert per E-Mail, Videokonferenz oder am Telefon.

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