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shift+enter – Thema Regionalität & Nachhaltigkeit

Umbruchstimmung

Es besteht die Möglichkeit, dass sich Gesellschaft, Wirtschaft und unser Handeln durch die Krise elementar und nachhaltig verändern. Wie groß die Veränderungen sein werden und wer sie besonders deutlich spüren wird, ist völlig unklar.

„Unbestritten ist jedoch, dass in jeder Veränderung auch eine Chance steckt.“

Es gibt gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen, denen wir von Norwin uns besonders verbunden fühlen. Weil wir einen Beitrag dazu leisten können, weil wir eine Expertise mitbringen, weil wir Leidenschaften hegen. Unsere Gedanken haben wir aufgeschrieben. Der Fokus liegt klar auf dem Positivszenario. Denn schlechte Nachrichten gibt es schon genug.

Unsere Reihe nennen wir shift+enter – Umbruchstimmung. Wer sich mit uns austauschen möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Egal ob telefonisch, per Mail oder hier.

 

 

Die Entwicklung: Bewusster Konsum wird zugänglicher

Nachhaltigkeit und bewussten Konsum musste man sich leisten wollen und ohne Frage leisten können. Für manche Menschen wurde der Einkauf im Bio-Supermarkt und die Garderobe vom lokalen Modelabel zu Statussymbolen. Andere versuchten, Minimalismus zu leben und auch mit eingeschränkten finanziellen Mitteln möglichst ressourcenschonend zu leben. Für wieder andere waren Purpose und Sustainability plötzlich nicht viel mehr als Buzzwords, mit denen sich Unternehmen und Privatpersonen schmücken. Wahr ist: Diese Art des Konsums kostet finanzielle und auch zeitliche Ressourcen. Wie könnte sich das Konsumverhalten der Menschen nach der Akutphase der Krise entwickeln?

„Wir stellen wieder eine Verbindung zur Herkunft der Produkte her.“

 

Nachdem die Einschränkungen im öffentlichen Leben schrittweise und mit Bedacht gelockert werden und die Temperaturen weiter steigen, nutzen viele Menschen die Gelegenheit, Verpasstes nachzuholen. Aufgrund der Krise steht einem großen Teil der Bevölkerung jedoch weniger Geld zur Verfügung. Die finanziellen Mittel sind – zumindest vorübergehend – begrenzt. Kosten, die im täglichen Bedarf und in der Freizeitgestaltung entstehen, werden bewusster kalkuliert. Gleichzeitig wird die Gelegenheit, schöne Momente mit Freunden und Familie zu teilen, deutlich mehr wertgeschätzt. Restaurants, Cafés und Bars verzeichnen einen großen Zulauf. Naherholungsgebiete und örtliche Freizeitunternehmen profitieren von dem Bedürfnis der Menschen, die gemeinsame Zeit intensiver zu nutzen, ohne dafür weite Wegstrecken zurückzulegen.

 

Gleichzeitig wollen und müssen Menschen unter dem Eindruck der letzten Wochen und Monate vor allem auf unnötige Anschaffungen verzichten. Das gilt insbesondere für Gegenstände, die sie nur selten oder auf absehbare Zeit verwenden. Als Folge der Krise etablieren sich daher noch mehr Anbieter am Markt, die Waren leihweise anbieten. Dazu gehören bereits bekannte Geschäftsmodelle wie der Verleih von Kinderspielzeug, Garten- und Küchengeräten, Kleidung im Hochpreissegment sowie Transportmittel jeglicher Art. Wer ein Auto, ein Lastenrad, besondere Abendgarderobe für ein Event oder eine Heckenschere braucht, setzt vermehrt auf Tauschbörsen für Privatpersonen oder die Plattformen gewerblicher Anbieter.

„Second Hand kann mehr sein als Lifestyle oder ein notwendiges Übel.“

Kund:innen kaufen vermehrt Second Hand von Büchern über Kleidung bis hin zu Haushaltswaren. Der Bedarf an lokalen Händlern steigt. Es werden Graustufen zwischen Hipstertum und negativem Stigma entdeckt, in denen Second Hand mehr sein kann als ein Lifestyle oder ein notwendiges Übel.

Auch (Kreativ-)Werkstätten werden stärker genutzt, weil Menschen nicht nur reparieren und wiederverwenden, sondern auch selbst Gegenstände produzieren wollen. Die dazu benötigten Kenntnisse erwerben sie in Workshops, die sowohl im nachbarschaftlichen und städtischen Umfeld als auch von Bildungseinrichtungen angeboten werden.

„Ihre große Stärke, die persönliche Verbindung und Nähe zu ihren Kund:innen, bauen sie über Social Media noch weiter aus.“

Kleinere, inhabergeführte Geschäfte haben sich schon in der Krise wirkungsvoller vernetzt, um einen Teil ihrer Umsatzeinbußen durch Spenden, Gutscheinkäufe oder neue Kooperationen kompensieren zu können. Sie sind im Online-Geschäft aktiver geworden, nutzen eigene Onlineshops oder schließen sich auf Plattformen mit anderen Händler:innen zusammen. Ihre große Stärke, die persönliche Verbindung und Nähe zu ihren Kund:innen, bauen sie über Social Media noch weiter aus.

Um mehr Aufmerksamkeit für die Unternehmen vor Ort zu generieren, orientieren sich einige Städte und Regionen an erfolgreichen Beispielen von Lokalwährungen. Statt über verödete Innenstädte zu schimpfen, wird Leerstand genutzt, um freischaffenden Künstler:innen eine kostenfreie Plattform auf Zeit zu bieten und neue Kulturangebote zu schaffen. Außerdem wird Raum für Pop-up-Stores geschaffen, die Kreislaufwirtschaft erlebbar machen. In den letzten Jahren gab es bereits einige Vorreiter, die gezeigt haben, wie man mit verbesserten Materialkreisläufen, einem verringerten Ressourceneinsatz und geringeren Abfallmengen erfolgreich sein kann. Dieses Wissen wird genutzt, um Produkte und Dienstleistungen für Produzenten und Endkunden langfristig erschwinglicher zu machen.

 

 

 

Welche Chancen für den regionalen Handel ergeben sich bereits jetzt?

  • E-Commerce mit Lieferungen und Abholservice für kleinere Geschäfte
  • innerstädtischer Warentransport mit ressourcenschonenden Lastenrädern
  • Angebot von (digitalen) Workshops zu DIY und Reparaturen
  • Aufbau rentabler Geschäftsmodelle für Verleihgeschäfte
  • Community-Aufbau und Reichweite über regionale Händlerplattformen und Crowdfunding

 

Das war unser Positivszenario zum Thema Regionalität und Nachhaltigkeit. Viele inhabergeführte Geschäfte überzeugen bereits seit Jahren und auch in der aktuellen Lage durch eine besondere Verbindung zu ihren Kund:innen. Flexibilität, Gemeinschaft und ein ansprechendes Warenangebot können nachhaltige Konzepte in Zukunft noch attraktiver machen.

Unser Positivszenario kann nicht vollständig sein. Wir schätzen einen vielfältigen Diskurs und freuen uns über weitere Anregungen zu unserem Thema.

Was glaubt ihr, welche Chancen gibt es für Regionalität und Nachhaltigkeit? Jetzt und in den nächsten Monaten? Wir freuen uns auf Gespräche mit euch. Ganz unkompliziert per E-Mail, Videokonferenz oder am Telefon.

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